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Beherdete Zähne


Unter einem beherdeten Zahn versteht man einen, meist wurzeltoten, Zahn, an dessen Wurzelspitze sich ein chronisches Entzündungsgewebe - Granulom genannt - entwickelt hat. Dieser Infektionsherd zerstört nicht nur den umgebenden Knochen, sondern er hat häufig auch ungünstige Fernwirkungen auf den gesamten Organismus.


Ein beherdeter Zahn im Oberkiefer kann so eine chronische Entzündung in der benachbarten Kieferhöhle auslösen. Ebenso können kranke Zähne auf Grund ihrer Wechselbeziehungen zum Organismus aber auch verschiedenste Erkrankungen verursachen.


So können Migräne- und Nackenschmerzen, chronische Gelenksschmerzen- und Schwellungen, Verdauungsbeschwerden und Herzrhythmusstörungen u.a. Folgererkrankungen von vereiterten Zähnen sein. Selbst ausgedehnten Entzündungen oder Zerstörungen im Kieferknochen können jahrelang völlig schmerzfrei verlaufen und werden daher von dem Betroffenen leider gar nicht wahrgenommen.


Deshalb ist oft der Weg zum Zahnarzt der letzte. Mithilfe von Inspektion und Palpation in der Mundhöhle sowie durch Röntgenaufnahmen kann der Zahnarzt die Lage und Ausdehnung des Eiterherdes beurteilen, und über das weitere Vorgehen und die jeweilige Prognose entscheiden. Nach der erfolgten Diagnostik sind solche Beherdungen an Zähnen für den betroffenen Patienten oft eine unerwartete und unangenehme Überraschung.


Von der notwendigen Behandlung ist er oft nur schwer zu überzeugen, da ihm der betroffene Zahn bisher noch nie weh getan hat. Herde sollten trotzdem unbedingt saniert werden, weil sie eine Belastung für den gesamten Organismus darstellen. Je nach Größe und Lage gibt es mehrere Möglichkeiten, die beginnend von einer Erneuerung bestehender Würzelfüllungen über Wurzelspitzenresektionen ( ein Teil der Zahnwurzelspitze und des umgebenden Knochens wird operativ entfernt) bis zur Extraktion des kranken Zahnes reichen können.


Wartet man zulange, kann ein solcher chronischer Entzündungsherd durch Faktoren wie Stress, Hitze, verminderte Immunabwehr ect. aber auf einmal akut werden. Dann entstehen oft über Nacht durch Abszessbildung schmerzhafte Schwellungen und spätestens dann muss sich der Patient damit auseinandersetzen.

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